21. Mai – Singen und shoppen in Rosario

Dienstag, 21. Mai – Singen und Shoppen in Rosario

Dienstag, 21. Mai 2013

Unser erstes Konzert in Argentinien fand an der deutschen Goethe-Schule in Rosario, der ältesten Schule Argentiniens, statt. An dem sonnigen Morgen erwartete uns eine Aula voller lebendiger, fröhlicher Kinder und man konnte förmlich ihre Freude an der Musik mit Händen greifen. Entsprechend machten sie auch die Klatschübungen zur Einstimmung mit und spitzten daraufhin neugierig ihre Ohren. Nach einem entsprechend schwungvollen Auftritt samt einer kleinen Filmvorführung unseres Dirigenten Frank Schlichter über unsere süddeutsche Musiktradition wurden wir daraufhin von dem Schulrektor auf einen kleinen Schulrundgang mitgenommen und konnten dabei einen Einblick in die argentinischen Schulgepflogenheiten bekommen. Besonders bemerkenswert dabei war, dass das deutsche Mülltrennungssystem bereits über den Kontinent hinaus gelehrt wird.

Der Nachmittag gestaltete sich al gusto wobei die Semiserianer die Stadt Rosario samt Shoppingmeile stürmten. Das Nationalmonument bot dabei einen zentralen Anlaufpunkt mit grandiosem Rundblick vom Aussichsturm, wobei das höchste Wohnhaus Rosarios von dem Fussballstar Lionel Messie auf besondere Art und Weise konzipiert wurde. So fährt ein Auto-Aufzug an der Aussenfassade entlang, so dass der Bewohner barrierefrei und nahtlos von seiner Couch hinter Panoramafenstern auf seinen Fahrersitz hinübergleiten kann. Auch der eingebaute Grill, von oben auf verschiedenen Balkonen erkennbar, zeugt von der praktischen und genussfreudigen Seite des Argentiniers an sich.

Doch auch Semiserianer sind nicht umsonst in Argentinien!! Finden wir uns stets auch in der Musik chorisch wieder so gelingt uns dies auch problemlos in einer fremden Stadt. Kurzerhand versammelte sich nahezu der komplette Chor in einem phänomenalen Fischrestaurant, welches Guillermo, unser sagenhafter Guide, wärmstens empfohlen hatte. Schlemmen, schlemmen und nochmal schlemmen war angesagt, wobei die langen Gräten mit üppig Rotwein die Kehlen hinunterrutschten. So hervorragend geschmiert konnte das abendliche Konzert doch nur gelingen!

In der deutschen Kirche brachten wir nach dem Auftritt unseres Gastchores … (aus Rosario) vor Gastfamilien, Freunden und weiteren begeisterten Besuchern unsere deutschsprachigen und internationalen Volksweisen dar. Der uns begleitende argentinische Pianist Leonel Luquez muss dabei besondere Erwähnung finden, bekam er die Noten doch gerade mal anderthalb Stunden vor dem Konzert! Fantastisch! Nach der jubelnden Verabschiedung von Seiten des Publikums erwarteten uns erneut köstliche Empanadas und üppig Wein, welcher uns erneut zum Jubilieren brachte. Die In-House-Party mit Pianist Frank und Saxofonist Peter, der im übrigen auch schon während des Konzerts eine grandiose Saxofoninterpretation hinlegte, stieg und das von Andreas eigens für die Reise gedruckte Liederbuch fand erneut seinen Einsatz. Dass sich die ehemalige, 94-jährige Schulleiterin der deutschen Schule „Mausi“ dabei das Lied „Untreue“ wünschte, sprach dabei für sich…

So in herrliche Glückseligkeit versetzt ging es allmählich Richtung Heimweg, wobei der eine oder andere aufpassen musste, sich nicht in dem Strassennetz Rosarios zu verirren – auch wenn einem die eine oder andere Pfütze bekannt zu sein schien. Doch schlussendlich fand jeder seinen Platz, entweder im Massenlager, in seiner Gastfamilie, im Hotel oder vorübergehend im Taxi wieder, welches ihn in der für argentinische Verhältnisse typischen Affengeschwindigkeit nach Hause bugsierte.

Heike und Sandra