Samstag, 25. Mai
Ganz wenige Stunden Schlaf sind uns nur vergönnt.
Und diese Zeit wird für manche noch weniger, da sie sich neue Schlafgelegenheiten suchen müssen, weil ihre Zimmerpartner immer noch Chakadera in der Stadt tanzen und sie deshalb keinen Zimmerschlüssel haben.
Aber der Chor reagiert wie immer flexibel, Notbetten werden gebaut und alle sind versorgt.
Unsere Abfahrt ist um 9:00 geplant und wir starten, pünktlich wie immer, um 9:45.
Wir verlassen Tucuman in nördlicher Richtung, vorbei an Zuckerrohrfeldern und Volksfesten, da heute ein Nationalfeiertag ist.
Nach fast einer Woche Flachland beginnt heute das andine Abenteuer, wir verlassen die endlos scheinende Pampa und gehen in die Berge.
Guillermo teilt die Spucktüten aus und gleich die erste Bergstrecke ist heftig. Die Strasse ist auf einmal nur noch so breit wie der Omnibus, in den Kurven muss der Bus zurücksetzen, auf der Seite sieht man furchterregende tiefe Abgründe und Felswände.
Aber für schwierige Situationen hat der Chor speziell ausgebildete Schamanen an Bord – zum Beispiel Rainer!
Mit ruhiger Stimme erkärt er uns den Regenwald, die ariden Zonen, die stehenden Wolken und was man alles aus dem Kaktus ableiten kann.
Das Chorvolk beruhigt sich zusehends, was auch damit zusammenhängt, dass wir von ca. 450 m Meereshöhe in Tucuman auf über 3000 m Höhe hochfahren.
Nicht nur die Choristen werden schlapper, auch unser Bus scheint manchmal an die Grenze seiner Leistung zu kommen.
Gegen Mittag erreichen wir die Passhöhe und bestaunen die Landschaft, weite Hochebenen mit wüstenartigem Charakter.
Wir machen ein Gruppenbild mit frechen Ziegen (damit sind nicht unsere lieben Chorschwestern gemeint) und sind dann pünktlich zum Start der ChampionsLeague in einem Restaurant vor dem Fernseher.
Gegen 17:00 erreichen wir dann Quillmes, die Besichtigung fällt leider aus, da der Bus die letzten 5 km der Piste nicht befahren kann.
Der Chor reagiert flexibel (s.o.) und wir fahren in das Pachamamamuseum nach Amaicha und geniessen den Sonnenuntergang.
Unter Ausnutzung von flexibelsten Sitzhaltungen erreichen wir um 21:00 Cafayate, und dann beginnt wieder das beliebte Spiel:
Einchecken im Hotel.
Gewonnen haben diejenigen, die ein Bett haben, die anderen müssen flexibel (s.o) sein…….
Gegen 22:00 sitzen wir alle zufrieden beim Essen im Restaurant und verstehen die Bedeutung des Ortsnamens:
– Cafayate bedeutet in der Sprache der Cacano Indios: Wo man die Sorgen begräbt –
Wir freuen uns auf eine Nacht mit mindestens 7 garantierten Schlafstunden.
Walter
